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Florentina Holzinger konzipiert Österreich-Pavillon bei Kunstbiennale 2026 in Venedig

Der Österreich-Pavillon bei der 61. Kunstbiennale Venedig 2026 wird von der international renommierten österreichischen Choreografin und Performance-Künstlerin Florentina Holzinger zusammen mit der Kuratorin Nora-Swantje Almes gestaltet.

Holzingers Beitrag zur Kunstbiennale in Venedig Seaworld Venice wird den permanent bespielten Österreich-Pavillon und spezifische Aktionen im Stadtraum umfassen. Holzinger arbeitet für den interdisziplinären Biennale-Beitrag mit einem Team aus Performer:innen, Musiker:innen, Stunt-Korrdinator:innen und Produzent:innen zusammen.

Seaworld Venice

Florentina Holzinger schwingt als Glockenklöppel in einer Glocke vor dem Österreich Pavillon
Foto: Seaworld Venice, 2026 / Nicole Marianna Wytyczak

Florentina Holzinger ist bekannt für ihre genreübergreifenden Arbeiten, in denen sie gesellschaftspolitische Konventionen hinterfragt.

Für Seaworld Venice nimmt Holzinger ihre langjährigen Recherchen zum Element Wasser – zugleich als Materie und Symbol – als Ausgangspunkt, um den menschlichen Körper in einer radikal veränderten Landschaft zu verhandeln, in der Natur und Technologie unmittelbar aufeinanderprallen.

Körpergrenzen

In Holzingers Arbeiten treffen extreme Körperlichkeit auf theatralische Präzision – mit dem Ziel, die Grenzen dessen auszuloten, wozu Körper fähig sind.

Ihre Praxis bewegt sich spartenübergreifend zwischen Tanz, Performance, Oper und Theater und setzt sich zugleich kritisch mit deren jeweiligen Traditionen auseinander.

Machtverhältnisse zwischen Spektakel und Subversion

Dabei bringt sie institutionalisierte "Hochkultur" mit pop- und gegenkulturellen Einflüssen in Kontakt und verschiebt die Grenzlinien zwischen Spektakel und Subversion. Ihre Arbeiten experimentieren mit Ausdauer und Momenten von Extremität und machen Machtverhältnisse auf der Ebene des Körpers sichtbar.

Elementarkräfte Wasser und Körperflüssigkeiten

Elementarkräfte wie Wasser und Körperflüssigkeiten sind eine wiederkehrende materielle Präsenz: Sie wirken unmittelbar auf den Körper und binden das Publikum in das Geschehen ein.

Nackte Frau fährt Jetski im Österreich Pavillon, der mit Wasser gefüllt ist
Foto: seaworld-venice_nicole-marianna-wytyczak

Seaworld Venice tritt in den Dialog mit Venedig – einer Stadt, die durch ihr enges Verhältnis mit Wasser, Überleben und den Folgen menschlicher Intervention geprägt ist.

Wasser - Trinken - Ausscheiden

Der Wasserspiegel steigt. Wasser, das wir in unzähligen Zyklen täglich trinken und ausscheiden. Wasser als lebendige, lebenswichtige natürliche Ressource – und als streng kontrolliertes Gut. Wasser, in das wir uns fallen lassen, in das wir eintauchen und aus dem wir, vielleicht transformiert, auftauchen.

Unterwasserthemenpark, Kläranlage und Sakralbau

Seaworld Venice ist als Unterwasserthemenpark, Kläranlage und Sakralbau zugleich konzipiert und wird zu einem maschinen-ähnlichen Organismus, der über die Dauer der Biennale Arte 2026 von Performer:innen bewohnt wird.

Mit poetischer wie kompromissloser Bildsprache tastet Florentina Holzinger die Grenzen des Menschlichen ab und legt zugleich die Verletzlichkeit menschlicher Körper sowie der Systeme offen, in denen sie sich bewegen.

Vom Wasser stark aufgeweichte Hände einer Performerin in Florentina Holzingers Seaworld Venice
Foto: Seaworld Venice, 2026 / Nicole Marianna Wytyczak

Seaworld Venice erweitert sich über die Giardini della Biennale hinaus und bewegt sich in den Stadtraum Venedigs. Die Performances laufen unter dem Serien-Titel Études – ein Werkzyklus, den die Künstlerin seit 2020 entwickelt und der aus choreografischen Übungen sowie performativen Aktionen in öffentlichen, transitorischen Räumen besteht.

So entfaltet sich das Projekt kontinuierlich über zahlreiche Orte und Formate hinweg.

Aus den Tiefen der venezianischen Lagune auftauchend, in der sich der Müll des Turbotourismus sammelt, und aufsteigend in den Himmel der Stadt, machen Holzingers Performer:innen – menschlicher wie anderer Natur – die Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit von Körpern und der Welt zugleich erfahrbar.

9. Mai bis 22. November 2026
 SEAWORLD VENICE
Österreichischer Pavillon
Giardini della Biennale Venezia
seaworldvenice.at

Das Projekt umfasst eine permanente Live-Installation und Performances im österreichischen Pavillon und ortsspezifische Performances und Beiträge in Venedig und der Lagune.

Projekt - Jury - Vergabe

Expertenjury für den Österreich-Beitrag Kunst-Biennale Venedig 2026:

  • Gabriele Spindler
    Leiterin der Abteilung Kunst- und Kulturwissenschaften der OÖ Landes-Kultur GmbH
  • Fatima Hellberg
    Kuratorin des Biennale-Beitrags 2024, designierte Direktorin des MUMOK
  • Harald Krejci
    Direktor Museum Moderner Kunst Salzburg
  • Franziska Nori
    Direktorin des Frankfurter Kunstvereins
  • Markus Schinwald
    Künstler

Florentina Holzinger überzeugte die Jury mit ihrer innovativen Einreichung für den Österreichischen Pavillon 2026, bei der sie – ihrem interdisziplinären Ansatz entsprechend – Elemente aus Tanz, Theater und Performancekunst verbindet.  Die aktuelle Relevanz ihrer Fragestellungen, vom Umgang mit der Ressource Wasser bis hin zu existenziellen körperlichen Erfahrungen und deren gesellschaftlichen Normierungen, überzeugte die Jury ebenso wie die geplante Umsetzung in unterschiedlichen Formaten: Sowohl die Installation im Pavillon als auch die Etüden in der Lagune ermöglichen eine persönliche Teilnahme der Besucher:innen auf verschiedenen Ebenen. 

Die Künstlerin schafft damit einen variablen ästhetischen Erfahrungsraum, der den Ausstellungskontext mit dramaturgischen Elementen des Theaters anreichert und wirkmächtige Bilder generiert. Mit ihrer mitunter provokanten und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper reiht sich Florentina Holzinger außerdem in eine österreichische kunsthistorische Linie (Wiener Aktionismus, feministische Body-Art) ein.

Seit der Biennale 2021 wird der Österreich-Beitrag für Venedig im Rahmen eines offenen Wettbewerbs gesucht. Der Bund lädt Kuratorinnen und Kuratoren, Kunst- und Kulturschaffende ein, an diesem Projektwettbewerb teilzunehmen.

Die eingereichten Projekte werden in einem dreistufigen Auswahlverfahren einer Fachjury aus nationalen und internationalen Expert:innen vorgelegt.

Die Entscheidung über die Nominierung des Siegerprojekts wie auch der Kuratierung erfolgt auf Empfehlung der Jury durch den zuständigen Bundesminister für Kunst und Kultur. Die Juryentscheidung für das Projekt von Künstlerin Florentina Holzinger und der Kuratorin Nora-Swantje Almes hat Kunst- und Kulturminister Werner Kogler am 09.01.2025 im Zuge einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. 

Florentina Holzinger (geb. 1986, Wien) bearbeitet in ihren spektakulären Projekten Themen wie Identität und körperliche Grenzüberschreitungen. Inspiriert von Wiener Aktionismus, Körperkunst und Bodybuilding, aber auch vom Ballett, Kabarett und Zirkus, dekonstruiert sie in ihren Arbeiten Bilder von Weiblichkeit. Sie seziert das Patriarchat und den Kapitalismus und zeigt in poetischer Bildsprache die Verletzlichkeit unserer Körper und der Welt.

Die Arbeit erforscht kulturelle Phänomene und kulturgeschichtliche Zusammenhänge und spielt bewusst mit den sich ständig verschiebenden Grenzen zwischen Hochkultur und Entertainment. Die Bedeutung des autonomen Körpers als Handlungsinstrument ist zentral in Holzingers Arbeit.

Mit ihren kraftvollen, herausfordernden Bildern testet Holzinger die Grenzen von Körpern und der Welt auf eine erfahrbare Weise. Weibliche Körper beherrschen in ihren Inszenierungen große Maschinen und hängen an Haken von der Decke – stets an der Grenze des Vorstellbaren.

Seit 2020 und den ersten experimentellen Formaten im Stadtraum unter dem Serien-Titel Études öffnete Florentina ihre Praxis zunehmend dem Kontext der bildenden Kunst. Diese Étüden sind Übungen, site-spezifische Aktionen an öffentlichen Orten des Transits. Oft stehen dabei das Verhältnis von Mensch, Maschine und Wasser als zentrales Element im Fokus.

Für den Österreichischen Pavillon setzt Holzinger ihre Recherche am Element Wasser fort und baut diese weiter aus - das erste Mal erfolgt die Umsetzung in ein Ausstellungskonzept. Wie stets bei Florentina Holzinger steht ein feministischer Zugang zu den Motiven im Mittelpunkt: Sie erforscht verschiedene Modi weiblicher Repräsentation und das Potenzial weiblicher Körperlichkeit, indem sie ständig an deren Erweiterung und der Entdeckung neuer Möglichkeiten arbeitet. Im Kontext von Venedig eröffnen sich neue Ansätze für diese langjährige Recherche. Wasserwesen aus mythologischen und klassischen Erzählungen bilden dabei Ausgangspunkte, indem sie in eine mögliche Zukunft Venedigs abtauchen. 

Holzingers Beitrag zur Kunstbiennale in Venedig wird einen permanent bespielten Pavillon sowie site-spezifische Aktionen im Stadtraum umfassen.

Florentina Holzingers Arbeiten verbinden Wiener Aktionismus, Körperkunst, Ballett, Kabarett und Zirkus. Sie dekonstruiert spielerisch Weiblichkeitsbilder und überschreitet körperliche und sexuelle Grenzen.

Florentina Holzinger studierte Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam.
Ihr Diplom Solo Silk wurde 2012 beim lmPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d'Europe ausgezeichnet.

Mit Vincent Riebeek entwickelte sie die Trilogie Kein Applaus für Scheiße, Spirit und Wellness (2011–2015).

Ihr Solostück Recovery (2015) setzte sich kritisch mit einer traumatischen Bühnenerfahrung und der Repräsentation weiblicher Körperlichkeit auseinander.

In ihren späteren Arbeiten seziert Holzinger die Narrative des klassischen Balletts. Mit Apollon (2017), einer Neuinterpretation von Balanchines Apollon Musagète, und TANZ (2019), basierend auf La Sylphide, reflektiert sie Tradition und Geschlechterbilder. TANZ wurde beim Theatertreffen gezeigt und mit dem Nestroy-Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

2020 folgte Etude for an Emergency, eine Stunt-Oper mit Opernsängerinnen und Stunt-Performerinnen.

2021 entstand für die Ruhrtriennale A Divine Comedy, das mit dem Faust-Preis ausgezeichnet wurde.

Mit Ophelia’s Got Talent (2022), entwickelt an der Volksbühne Berlin, gewann Holzinger weitere Preise, darunter den Faust-Theater Preis für die beste Tanzperformance.

2024 debütierte sie mit ihrem ersten Opernprojekt SANCTA, einer Koproduktion u. a. mit der Staatsoper Stuttgart und den Wiener Festwochen.

Im selben Jahr übernahm Holzinger mit MOND (Regie: Kurdwin Ayub) ihre erste Hauptrolle im Kino. Der Film gewann den Spezialpreis der Jury beim Locarno Film Festival.

Nora-Swantje Almes ist eine Kuratorin mit Fokus auf Performance im bildenden Kunstkontext und performativen Ausstellungsformaten.

Seit 2024 ist sie als Kuratorin Live Programm & Vermittlung am Gropius Bau Berlin tätig. Zuvor leitete sie drei Jahre das Live Programm der Bergen Kunsthall, Norwegen, wo sie im Sommer 2024 mit Florentina Holzinger und Team die Auftragsarbeit Hafen-Etude realisierte.

In ihrer kuratorischen Laufbahn hatte sie Positionen bei Glasgow International, Participant Inc. New York, Artangel London, und Schinkel Pavillon Berlin.

Das Kunst- und Kulturministerium stellt als Auftraggeber des österreichischen Biennale-Beitrags ein Budget von 600.000 Euro bereit, aus dem Kosten wie etwa die Produktion über Katalog und Transport bis hin zu Reisen und Performerinnen zu decken sind.

Aufgrund des hohen Projektaufwands ergänzen private Sponsorengelder das Projekt.

Angesichts der internationalen Bedeutung der Biennale in Venedig ist diese Förderung auch eine Investition in die Sichtbarkeit Österreichs als moderner, lebendiger Kulturstandort. Ein überzeugender Auftritt stärkt nachhaltig das kulturelle Profil des Landes, erhöht seine Attraktivität als Reiseziel und setzt wirtschaftliche Impulse weit über den Kulturbereich hinaus.

61. Kunstbiennale Venedig: 9 Mai - 22 November 2026

  • labiennale.at
    La Biennale - Österreich auf der Biennale Venedig
  • seaworldvenice.at
    Seaworld Venice - Florentina Holzinger
    Webseite zum österreichischen Beitrag auf der Biennale Venedig 2026

Zum Thema

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