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Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2026: 10 Bücher ausgezeichnet

Die zehn besten österreichischen Kinder- und Jugendbücher 2026 stehen fest. Aus 88 Neuerscheinungen des vergangenen Jahres hat eine fachkundige Jury zehn Titel ausgewählt, die mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet werden. Die Bücher stehen beispielhaft für die enorme Vielfalt aktueller Kinder- und Jugendliteratur mit Österreich-Bezug: für unterschiedliche Perspektiven, Themen und Erzählweisen ebenso für die Kreativität und Ausdrucksstärke von Autorinnen, Autoren und Illustratorinnen und Illustratoren.

Insgesamt werden vier Hauptpreise vergeben, dotiert mit jeweils 6.000 Euro. Sechs weitere Titel werden in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis aufgenommen.

Die Preisverleihung findet in einer feierlichen Matinee am 20. Mai 2026 in Eisenstadt statt. Zusätzlich zu den Ehrungen finden Lesungen und Workshops mit den ausgezeichneten Künstler:innen statt.

Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler:

"Lesepraxis gedeiht dort, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen: in Familien, in elementaren Bildungseinrichtungen und in der Schule. Entscheidend ist, dass überall passende Bücher verfügbar sind – unabhängig von Herkunft, Lebensrealität oder Leseerfahrung. Die prämierten Bücher zeigen, dass Literatur für junge Menschen weit mehr ist als Unterhaltung oder Wissensvermittlung: Sie eröffnen Zugänge zur Welt, laden zum Mitdenken und Mitfühlen ein und stärken Fantasie, Empathie sowie kritisches Denken. Bücher sind Räume des Experiments und der Entfaltung.
Mit dieser Auszeichnung erfahren Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren die Anerkennung, die ihrer künstlerischen Arbeit gebührt. Zugleich danke ich den Verlagen, die diese Bücher mit Ausdauer und Leidenschaft zu einem jungen Publikum bringen. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und -trägern herzlich zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2026."

Die Jury hat - aus der Fülle der Neuerscheinungen des vergangenen Jahres - zehn Titel ausgewählt, die 2026 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet werden. 

Jurymitglieder:

  • Mag. Severin Filek
  • Mag.a Alexandra Hofer
  • Mag. Franz Lettner
  • Mag.a Barbara Mayer
  • Mag.a Ursula Tichy

Preisbücher 2026

Schlich ein Puma in den Tag von Lena Raubaum und Verena Pavani, Verlag Kunstanstifter
Schlich ein Puma in den Tag.  Foto: Verena Pavoni / Lena Raubaum / Verlag Kunstanstifter

Text: Lena Raubaum
Illustration: Verena Pavoni
Verlag: Mannheim: Kunstanstifter 2025, 144 S., ab 5

Schlich ein Puma in den Tag

Von der Gestaltung bis hin zur Herstellung ein preiswürdiges, außergewöhnliches (nicht nur der angewendeten Technik und des Formats wegen) und wunderschönes Kunstbuch. Bild und Text zeichnen sich durch eine zurückhaltende, präzise Arbeitsweise und eine hohe Ausdruckskraft aus. Das Buch thematisiert künstlerische Entstehungsprozesse sowie das Sichtbarwerden und Verschwinden von Formen.

Schon in sich ein harmonisches Kunstwerk, ein herausragendes Kunstbuch mit einer ungewöhnlichen Wachskreide-Kratztechnik, perfekte Umsetzung auf allen Ebenen, raffiniert, fein ausgearbeitet; diese künstlerisch hochwertigen Tierkratzbilder (Wachskreide-Sgraffitos) von Puma, Frosch, Kugelfisch u.a. mit besonderer, eben nicht alltäglicher Technik; auf jeder Doppelseite wird der künstlerische Schaffungsprozess transparent enthüllt.

Ergänzt durch poetisch entschleunigte Verse, klangvolle Sprachbilder, ist es ein bibliophiles Gesamtkunstwerk, ein außergewöhnliches All-Age-Bilderbuch.

Buchcover Problemwölfe von Agi Ofner
Problemwölfe.  Foto: Agi Ofner / Tyrolia Verlag

Agi Ofner
Innsbruck–Wien: Tyrolia Verlag, 2025, 208 S., ab 14

Problemwölfe

Fünf Jugendliche eines alpinen Dorfs, das durch das plötzliche Auftauchen eines Wolfs gespalten wird, stehen im Mittelpunkt einer dramaturgisch dichten und präzisen Erzählung: Von Agi Ofners glasklarer Prosa in knappen Absätzen und ständig wechselnder Perspektive auf leichter Distanz gehalten, folgen die Lesenden den Protagonist:innen mit zunehmender Spannung vierundzwanzig Stunden lang vom Ort durch den Wald auf den Berg. Der Wolf selbst ist Projektionsfläche für Verluste, Ängste und Sehnsüchte, verbindet dann die Jugendlichen im Schneesturm zu einem Rudel und sorgt am Ende dafür, dass sie – zerzaust, aber gestärkt – mit ungelösten Widersprüchen zusammen leben können. „Problemwölfe“ ist ein Lehrstück in Sachen Pluralismus, das sich subtil auch mit Gruppendruck, Identität und ökologischen Fragen auseinandersetzt. Das mächtige Cover-Bild sowie fünfundzwanzig Wolfs-Illustrationen der Autorin verstärken die Symbolik ästhetisch eindrucksvoll.

Buchcover Auf in die Berge! von Katja Seifert,  NordSüd Verlag
Auf in die Berge!  Foto: Katja Seifert / NordSüd Verlag

Katja Seifert
Verlag: Graz–Wien: Leykam 2025, 304 S., ab 12

Auf in die Berge!

Der Berg und die damit verbundene Faszination ist der Ausgangspunkt für ein Sachbuch, das Einzelbiografien mit Fakten rund um Gebirge verknüpft. Wohldosierte Informationshäppchen, die historisch verorten, einordnen, Gefahren aufzeigen und geschichtliche Entwicklungen preisgeben, treffen auf seitenüberlaufende Illustrationen. Katja Seifert setzt in filigranen Buntstiftzeichnungen Bergpanoramen ebenso in Szene wie komplexe Ausrüstungsgegenstände, die seit der Aufklärung für eine Bergexpedition benötigt werden. Das Buch bietet eine kleine Kulturgeschichte des Bergsteigens, die auch einen Abriss der Emanzipation der Frau am Berg enthält: Viele Bergsteigerinnen waren zwar zu Beginn unpassend bekleidet ("Das Tragen von Hosen war lange Zeit ein Tabu für Frauen"), aber nicht minder abenteuerlustig als die männlichen Kollegen. Der historische Bogen wird von den Anfängen des Bergsports bis zur heutigen Social-Media-Inszenierung und der ökologischen Problematik gespannt, die aus dem Massengeschäft resultiert. Und zeugt damit von der Rechercheintensität ebenso wie von der andauernden Faszination, die höchsten Gipfel zu besteigen. Denn eines wollten die Menschen schon immer: Hoch hinaus!

Buchcover Das Buch der Anfänge von Heinz Janisch  und Michael Roher, Tyrolia Verlag
Das Buch der Anfänge.  Foto: Michael Roher / Heinz Janisch / Tyrolia Verlag

Heinz Janisch, Michael Roher
Verlag: Graz–Wien: Leykam 2025, 304 S., ab 12

Das Buch der Anfänge

Auch wenn Heinz Janisch und Michael Roher sich in ihrem dritten gemeinsamen Buch zweier völlig unterschiedlicher Zeichensysteme bedienen, gehen sie eine wunderbare Symbiose ein. Sie offerieren 33 Erzählanfänge, 33 Gedankenbilder und 33 Abenteuer. Abwechselnd. "Plötzlich lief der Baum davon" oder "Ich erzähle dir eine Geschichte‘, sagte mein Bleistift" – so klingen erste Sätze von Heinz Janisch. Und erzeugen Bilder im Kopf. Michael Rohers Illustrationen wiederum lassen in andere Welten eintauchen und werfen Fragen auf. Das „Buch der Anfänge“ fordert lustvoll auf, zu träumen, zu fabulieren, zu formulieren – allein oder mit anderen zusammen. Die Angebote in Bild und Text sind vielfältig, schier unerschöpflich sind die Möglichkeiten. Mit 33 Anfängen schenken uns die zwei Künstler ein ganzes Geschichtenuniversum.

Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2026

Buchcover Was tun wenn ... von Aufderhaar und Hochleitner
Was tun wenn ...  Foto: Aufderhaar / Hochleitner / Verlag Kunstanstifter

Illustration & Text:
Laura Momo Aufderhaar und Verena Hochleitner
Verlag Mannheim: Kunstanstifter, 2025, 72 S., ab 10

Was tun, wenn

Was zu tun ist, wenn es stürmt, brennt oder wenn die Erde bebt – darüber denkt man besser nicht erst nach, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht. Sondern spielt in sicherer Umgebung entspannt Szenarien durch. Während Verena Hochleitner und Laura Momo Aufderhaar ihre zwei klugen Kinder im lockeren Plauderton Strategien für den Katastrophenfall diskutieren lassen, inszenieren sie auf der Bildebene lustvoll Vulkanausbrüche oder eine Bärenbegegnung in leuchtenden Farben. Am Ende jedes Kapitels fasst ein Flussdiagramm richtiges Verhalten bündig zusammen. Selten wurde bislang so entspannt und visuell gelungen erklärt, dass Überleben keine reine Glückssache ist.

Buchcover: Keiner bleibt zurück von Michele Minelli, Jungbrunnen Verlag
Keiner bleibt zurück Foto: Michele Minelli / Jungbrunnen Verlag

Michèle Minelli
Verlag: Mannheim: Kunstanstifter 2025, 144 S., ab 5

Keiner bleibt zurück

Der Roman widmet sich einem bislang selten erzählten Thema im Leben junger Menschen. Dreizehn Mädchen und Burschen stehen vor wichtigen Entscheidungen und großen Fragen: Was tun nach dem Abschluss der Pflichtschulzeit? Ins Gymnasium wechseln? Eine Lehre beginnen? Kann man den Ansprüchen der Eltern genügen? Was will man wirklich? Ein Lehrer begleitet die Gruppe bei diesem Übergang. Er ermutigt sie, auf sich selbst und auf den Zusammenhalt der Klasse zu vertrauen. Ein Reigen von Texten stellt Samuele, Liv, Finn und all die anderen mit ihren Stärken, Träumen und Sorgen vor und wird zu einem spannenden Ganzen. In Workshops hat die Autorin gemeinsam mit Jugendlichen die Figuren des Romans entwickelt. Sie hat sich auf deren Lebens- und Gedankenwelten eingelassen und ihnen wirkliche Teilhabe am Entstehen des Buches eingeräumt. Das merkt man!

Buchcover: Eine Stadt von Linda Wolfsgruber
Eine Stadt. Begegnungen Foto: Wolfsgruber / Kunstanstifter

Linda Wolfsgruber
Verlag: Mannheim: Kunstanstifter 2025, 44 S., ab 7

Eine Stadt. Begegnungen

Ein ungewöhnliches und gelungenes Situationsbuch, ein Stadtbuch, eine Annäherung an einen neu entstehenden Stadtteil, die Seestadt in Wien. Eine Stadt in der Stadt mit Raum für freie Gedanken; zwischen Pflastersteinen, Fassaden und Baukränen entsteht nach und nach urbanes Leben. Es sind die Menschen – Kinder wie Erwachsene –, die diesem Ort bereits jetzt Alltag und Bedeutung verleihen, jeder von ihnen bringt eigene Erfahrungen, Wünsche und Zukunftsvorstellungen mit.

Die Erzählung zeichnet sich einerseits durch Kargheit auf Text- und Bildebene aus, andererseits wird eine große Fülle interessanter Perspektiven gezeigt – von Details bis große Fülle; dabei immer im Bild: Die Menschen, die hier wohnen, arbeiten, Zeit verbringen und die von Linda Wolfsgruber in kurzen Texten porträtiert werden.

Buchcover: Zuhause auf der Klippe von Magali Franov
Zuhause auf der Klippe Foto: Magali Franov / Edition Nilpferd G&G Verlagsgesellschaft

Magali Franov
Edition Nilpferd, Mannheim: Kunstanstifter 2025, 144 S., ab 5

Zuhause auf der Klippe

Ein windschiefes, kleines Haus am Rand einer Klippe ist Protagonist dieses kunstvollen Bilderbuchs. Es blickt aufs Meer und beobachtet Wale und Vögel, die von bunten Städten und den Geheimnissen der See erzählen. Wenn die Farben des Sommers verblassen, verspürt das alte Haus große Sehnsucht nach Abenteuern und Gesellschaft. In einer einsamen und dunklen Nacht bemerkt das Haus ein Licht. Es ist ein Boot, das Schutz vor dem Sturm sucht. Jetzt ziehen wieder Leben, Lachen und Geschichten in die leeren Räume ein und aus dem einsamen Haus wird ein Zuhause, in dem eine Grüppchen Menschen Geborgenheit findet. In aquarellierten Bildern setzt Magali Franov Wind, Wetter und den weiten Ozean unbändig und kraftvoll in Szene. Als Textcollage fließt einfühlsam die Geschichte in die Illustrationen.

Ada Diagne
Verlag: Graz–Wien: Leykam 2025, 304 S., ab 12

Baobab

Die beiden Mädchen Ava und Zeyna trennen 100 Jahre. Was sie eint, ist der titelgebende Baobab, auch Affenbrotbaum genannt, der in jenem afrikanischen Dorf wächst, in dem die beiden aufwachsen und unter dem seit jeher Geschichten erzählt und Ratsversammlungen abgehalten werden. Die Wiener Autorin wählt für ihr Debüt einen legendenhaften, poetischen Ton, um die Themen Kolonialismus, Ausbeutung, Rassismus und die Kraft von Geschichten miteinander zu verweben. Und schafft damit eine kluge zweiperspektivische Verknüpfung von gesellschaftlichen Themen wie Generationenfrage und Nachhaltigkeit, an deren Ende eine wundersame Begegnung steht.

Buchcover: Na Zoowas! von Melanie Laibl und Linda Schwalbe
Na Zoowas!  Foto: Melanie Laibl / Linda Schwalbe / Leykam Buchverlag

Melanie Laibl, Linda Schwalbe
Verlag: Graz–Wien: Leykam 2025, 304 S., ab 12

Na Zoowas!

Was denken sich Zootiere, wenn sie begafft werden? Sind sie glücklich oder wollen sie raus aus den Käfigen? Haben sie einen Begriff von Freiheit? Melanie Laibl und Linda Schwalbe haben auf diese Fragen fantasievolle Antworten parat. In ihrer – in Bild und Sprache – äußerst turbulenten Zoogeschichte lassen sie die Wilde Kraa – eine "vogelfreie" Kolkrabendame – erzählen, wie sie die Wo-Wos, Waschis und Uk-Uks von einem Leben in Freiheit überzeugen möchte. Erfrischende und mutige Farbkombinationen treffen auf eine verspielte Kunstsprache. Mit prägnanten Sachinfos über die „Viechs“ und ihre Beziehung zu den „Menschs“ stimmig abgerundet.

Hinweis

  • Bücherkoffer
    Um alle ausgezeichneten Bücher noch bekannter zu machen und Kinder und Jugendliche zum Lesen zu verführen, bietet der Österreichische Buchklub der Jugend allen Schulen bundesweit Bücherkoffer an. Der Bücherkoffer soll Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, die prämierten Bücher kennenzulernen.