Wir verwenden anonymisierte Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Es besteht die Möglichkeit, dass Video Plattformen, auf der eingebettete Videos liegen, Cookies schreiben. Werden diese Cookies bestätigt, können solche Videos abgespielt werden. Besuchen Sie unsere Cookie-Einstellungen, um diesen zuzustimmen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir verwenden anonymisierte Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Es besteht die Möglichkeit, dass Video Plattformen, auf der eingebettete Videos liegen, Cookies schreiben. Werden diese Cookies bestätigt, können solche Videos abgespielt werden. Besuchen Sie unsere Cookie-Einstellungen, um diesen zuzustimmen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir verwenden anonymisierte Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Es besteht die Möglichkeit, dass Video Plattformen, auf der eingebettete Videos liegen, Cookies schreiben. Werden diese Cookies bestätigt, können solche Videos abgespielt werden. Besuchen Sie unsere Cookie-Einstellungen, um diesen zuzustimmen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Baukultur in Europa

In der Europäischen Union wurden in den vergangenen Jahren wichtige Meilensteine zu gesamteuropäischen Strategien getroffen.

Seit den 1990er-Jahren gibt es auf europäischer Ebene verstärkte Bemühungen das Thema Baukultur breiter ins Bewusstsein zu rücken.

Einen wichtigen Meilenstein markierte die im Januar 2018 von den Europäischen Kulturministerinnen und Kulturministern unterzeichnete Davos Deklaration zur Baukultur und die Davos Allianz 2023, die unter dem Titel "Common Good – Shared Responsibility" einen neuen Zusammenschluss zwischen den Kulturministerien, der Zivilgesellschaft und Akteuren der Privatwirtschaft bildete, um gemeinsame Vorgehensweisen für eine hohe Baukultur in Europa zu koordinieren.

Darüber hinaus bildet die seit 2016 bestehende Urban Agenda for the EU einen wichtigen Rahmen für integrierte Stadtentwicklung. In thematischen Partnerschaften – unter anderem zu nachhaltiger Landnutzung, Kulturerbe und Klimaanpassung – werden Empfehlungen und Aktionspläne erarbeitet, die Baukultur als Querschnittsthema europäischer Stadt- und Regionalpolitik stärken.

Die gemeinsamen Anstrengungen auf europäischer Ebene werden bei internationalen Konferenzen z.B. den ECAP/EDAP (European Conferences on Architectural Policies) vertieft, die meist im Kontext einer EU-Ratspräsidentschaft stattfinden. Die EDAP/ECAP-Strukturen haben sich in den vergangenen Jahren als kontinuierliches Instrument zur Vernetzung nationaler Architekturpolitiken etabliert. Sie ergänzen die formellen Prozesse auf EU-Ebene – etwa OMC-Arbeitsgruppen oder Ratsschlussfolgerungen – um einen flexiblen, dialogorientierten Rahmen und tragen dazu bei, Baukultur als ressortübergreifendes Politikfeld in Europa weiterzuentwickeln. Im Herbst 2018 fand in diesem Kontext in Wien die internationale Konferenz High Quality Building for Everyone. Baukultur and the Common Good in Europe  (PDF, 4 MB)statt.

Im Rahmen einer OMC-Gruppe ("Open Method of Coordination"), in der 22 Mitgliedsstaaten vertreten waren, wurden bis Ende 2021 von interdisziplinären Expertinnen und Experten bestehende Politiken und Instrumente analysiert, fördernde Faktoren und Prozesse und Hindernisse mit Blick auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger identifiziert und Best Practice-Beispiele sowie innovative Ansätze einschließlich Bewusstseinsbildung bearbeitet. Daraus entstanden ist die Formulierung von Empfehlungen an die politische Ebene und die Ausarbeitung von allfälligen Schlussfolgerungen des Rates zum Thema "Kultur, hochwertige Architektur und gebaute Umwelt als Schlüsselelemente der Initiative Neues Europäisches Bauhaus"  (PDF, 567 KB).

Mit der im Jahr 2021 von der Europäische Kommission initiierten Initiative Neues Europäisches Bauhaus (NEB) wurde die europäische Baukulturpolitik in einen neuen strategischen Zusammenhang gestellt. Ziel ist es, die Transformation im Rahmen des European Green Deal mit Fragen der Baukultur, Nachhaltigkeit, sozialen Inklusion und ästhetischen Qualität zu verbinden. Seither werden europaweit Projekte, Netzwerke und Pilotinitiativen unterstützt. Dazu gehört z.B. das Programm Creative Europe zur Förderung der transnationalen Kooperationen im Bereich Architektur und Baukultur sowie weitere Programme wie Horizon und EFRE, die Nachhaltigkeit, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung für die gebaute Umwelt in den Mittelpunkt stellen.

Mit dem jährlich stattfindenden NEB-Festival in Brüssel sowie der Vergabe von Preisen für innovative Projekte wurde eine dauerhafte Plattform für Austausch, Sichtbarkeit und politische Weiterentwicklung geschaffen.

Auch der Architects’ Council of Europe (ACE), als Dachorganisation der europäischen Ziviltechniker:innenkammern, wirkt aktiv an der politischen Debatte mit. Durch Positionspapiere, Fachkonferenzen und Beiträge zu EU-Gesetzgebungsverfahren – etwa im Bereich nachhaltiges Bauen, Vergaberecht oder Klimapolitik – trägt er zur Verankerung qualitätsvoller Architektur auf europäischer Ebene bei. Einen Überblick über die Aktivitäten sowohl auf europäischer Ebene als auch in den einzelnen EU-Ländern bietet das 2025 erschienene Rechercheergebnis  Architecture Policies in Europe des ACE (Architects‘ Council of Europe).

Insgesamt zeigt sich, dass sich die europäische Baukulturpolitik seit den 1990er-Jahren von einer Phase der Sensibilisierung und Vernetzung hin zu einer strategischen Verankerung im Kontext von Klima-, Transformations- und Kohäsionspolitik entwickelt hat. Internationale Konferenzen im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaften, strukturierte Arbeitsgruppen sowie langfristige Förderprogramme tragen wesentlich dazu bei, gemeinsame Qualitätsmaßstäbe zu definieren und europaweit umzusetzen.