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Menschenrechte

Der Europarat ist die Organisation, die sich traditionell auf dem europäischen Kontinent seit 1949 für den Schutz der Menschenrechte einsetzt. Er hat zusammen mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am ganzen Kontinent Maßstäbe gesetzt. Die Europäische Menschenrechtskonvention und das 1. Zusatzprotokoll sind in Österreich gemäß BVG BGBl. Nr. 59/1964 mit Verfassungsrang ausgestattet. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wurde 1959 in Straßburg von den Mitgliedstaaten des Europarats errichtet, um die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention sicherzustellen. In den folgenden Jahrzehnten bildete das Thema Menschenrechte einen roten Faden in der Arbeit des Europarats, die auf den drei Säulen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eben Menschenrechte fußt.

Beim 15. Sportministertreffen des Europarates 2018 in Tbilisi/Georgien wurde zu den Themenfeldern „Schutz der Menschenrechte im Sport“ und „Kampf gegen Korruption im Sport“ eine Resolution erarbeitet und von den Ministerinnen und Ministern einstimmig angenommen. Der Appendix zur Resolution „Protection Human Rights in Sport“ firmiert seitdem unter der Bezeichnung Tbilisi Declaration.

Die Resolution Nr. 2 „Human Rights in Sport“ der 16. Sportministerkonferenz aus dem Jahr 2021 des Europarats betont, dass Menschenrechte ein zentraler Bestandteil von Sportpolitik und Sportorganisationen sein müssen. Die Mitgliedstaaten werden dazu aufgefordert, den Schutz der Menschenrechte stärker in nationale Sportstrategien zu integrieren und Maßnahmen gegen Diskriminierung, Gewalt, sexuelle Übergriffe, Hassrede sowie Ausbeutung im Sport zu setzen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz von Kindern, Frauen, Menschen mit Behinderungen, Minderheiten sowie Athletinnen und Athleten allgemein. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass Sportorganisationen selbst Verantwortung tragen, Menschenrechte zu respektieren und wirksame Beschwerde- und Schutzmechanismen bereitzustellen.

Die Resolution unterstreicht außerdem die Bedeutung von Gleichstellung, fairen Verfahren, Datenschutz, Meinungsfreiheit und sozialer Absicherung im Sport. Sport soll zugleich als Instrument für Integration, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt genutzt werden. EPAS (Enlarged Partial Agreement on Sport), ein Arbeitsgremium des Europarates, wurde in diesem Zusammenhang beauftragt, Menschenrechte im Sport zu einer Priorität zu machen, regelmäßige Austausche mit Menschenrechts- und Kontrollorganen des Europarats durchzuführen sowie Schulungen, Leitlinien und Informationsmaterialien zu entwickeln. Daraus entstand unter anderem das Forum zu Sport und Menschenrechten, das den Austausch zwischen Menschenrechtsinstitutionen und der Sportwelt fördern soll.

Beim Forum zu Sport und Menschenrechten des Europarats im Jahr 2025, das von EPAS organisiert wurde, standen insbesondere Fragen der Gesundheit und Gleichstellung im Sport im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen im Sport mit dem Ziel, bestehende geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Teilnahme an Sport- und Bewegungsangeboten zu reduzieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der psychischen Gesundheit von Athletinnen und Athleten, insbesondere im Zusammenhang mit Leistungsdruck, medialer Aufmerksamkeit, sozialen Medien und Glücksspiel. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, internationalen Organisationen, Sportverbänden sowie aktive und ehemalige Sportlerinnen und Sportler tauschten dabei Best-Practice-Beispiele aus und erörterten Möglichkeiten, den Schutz von Menschenrechten, Gesundheit und Wohlbefinden im Sport weiter zu stärken.

Das EU-CoE-Gemeinschaftsprojekt „Sport For All: Promoting Inclusion and Combating Discrimination Against Persons with Disabilities“ (März 2025 – August 2026) ist eine gemeinsame Initiative des Europarats und der Europäischen Union, die darauf abzielt, den Sport inklusiver zu gestalten und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen aktiv entgegenzuwirken. Im Mittelpunkt steht der Abbau struktureller und gesellschaftlicher Barrieren im Sport sowie die Förderung einer gleichberechtigten Teilhabe auf allen Ebenen, sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport. Das Projekt setzt dabei auf verschiedene Formate wie Podcasts, Webinare und praxisnahe Empfehlungen, um Bewusstsein zu schaffen und konkrete Veränderungen anzustoßen, etwa in der medialen Darstellung von Parasportlerinnen und Parasportlern.