Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik
Der Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik wird im Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik an eine Persönlichkeit vergeben, die sich durch hervorragende Beiträge auf dem Gebiet der Kulturpublizistik in Zeitungen und Zeitschriften, in den audiovisuellen Medien oder in Einzelpublikationen besonders ausgezeichnet hat. Der Preis ist derzeit mit 10.000 Euro dotiert.
Der vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) vergebene Staatspreis für Kulturpublizistik geht 2026 an die deutsch-österreichische Künstlerin, Philosophin und Wissenschaftlerin Elisabeth von Samsonow.
Aus der Jurybegründung
"Elisabeth von Samsonow dehnt Kulturpublizistik auf verschiedene, multimediale Formen des Publizierens aus, ja eigentlich versteht sie es überhaupt als Aufbau eines kollektiven Gravitationsfeldes, um angesichts der gegenwärtigen Polykrisen ein öko-feministisches Denken und Tun in allen kulturellen Facetten voranzutreiben. Eine notwendige Selbstreflexion und Neuverfassung der Kultur in Gang zu bringen, ist zugleich auch Teil ihrer performativ-aktivistisch-künstlerischen Praxis, in der sie das Land mit der Stadt neu in Beziehung setzt. (…) Ihre publizistische Tätigkeit ist getragen von ihrer künstlerischen Präzisierung des Ausdrucks und von ihrem disziplinenübergreifenden Wissen, mit dem sie ungewöhnliche Zusammenhänge und wegweisende Perspektivenwechsel in die Auseinandersetzung mit der (österreichischen) Kunst und Kultur in Geschichte und Gegenwart einbringt. Kulturelle Paradigmen werden gegen den Strich gebürstet und neu positioniert, ob bei Ikonen der österreichischen Kunstgeschichte wie Egon Schiele oder in ihrem feministischen Grundlagenwerk Anti-Elektra. Und sie betont immer die innovative Rolle der Performance für die Kunst in Österreich."
Jury
- Mag.a Dr.in Astrid Kury
- Kathrin Röggla
- Mag. Peter Zimmermann
Elisabeth von Samsonow, geboren 1956 in Neubeuern (Oberbayern), studierte Philosophie, katholische Theologie und Germanistik in München und promovierte 1985 über Johannes Kepler. Seit 1996 lehrt sie an der Akademie der bildenden Künste Wien, zuletzt als Professorin für Philosophische und Historische Anthropologie der Kunst. Ihr vielfältiges Werk umfasst zahlreiche Publikationen sowie Ausstellungen, Installationen und Performances.
Werke (Auswahl)
Konfuses Denken. Was der Geist schon immer konnte und was der KI fehlt, Sonderzahl 2026
Egon Schiele – Sanctus Franciscus Hystericus, Passagen Verlag 2012
Anti-Elektra. Totemismus und Schizogamie, diaphanes 2006
Giordano Bruno. Über die Monade, die Zahl und die Figur, Meiner Verlag 1991
Bisherige Preisträger:innen
- 2024 Armin Thurnher
- 2022 Isolde Charim
- 2020 Thomas Macho
- 2018 Martin Pollack
- 2016 Alfred Noll
- 2014 Peter Strasser
- 2012 Hazel Rosenstrauch
- 2010 Ernst Strouhal
- 2008 Robert Misik
- 2006 Paul Lendvai
- 2004 Peter Huemer
- 2002 Adolf Holl
- 2000 Rudolf Burger
- 1998 Robert Menasse
- 1996 Konrad Paul Liessmann
- 1994 Karl-Markus Gauß
- 1993 Alfred Kolleritsch, Kristian Sotriffer
- 1992 Sigrid Löffler, Wieland Schmied
- 1991 Volkmar Parschak, Elizabeth T. Spira
- 1990 Antonio Fian, Walter Jens
- 1989 Otto F. Beer, John Berger
- 1988 Benjamin Henrichs, Erika Weinzierl
- 1987 Kurt Blaukopf
- 1986 Hans Heinz Hahnl
- 1985 Franz Schuh
- 1984 Friedrich Achleitner
- 1983 Wolfgang Kraus
- 1982 Hans Weigel
- 1981 Otto Basil
- 1980 Edwin Hartl
- 1979 Günther Anders, Piero Rismondo