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Antirassismus im Kinoprogramm

Wortbildmarke Innovative Film

Zahlreiche vom BMWKMS (IF – Innovative Film) geförderte Filme thematisieren Rassismus und den Kampf dagegen.

Filmauswahl

Der Dokumentarfilm Austroschwarz begleitet den Salzburger Künstler Mwita Mataro, zugleich Protagonist und Co-Regisseur, auf seiner filmischen Reise als Schwarze Person (PoC) in Österreich. Auf spielerische Weise spricht Mwita Mataro mit Kindern mithilfe ausgeklügelter Metaphern über ihre Identität.

Der Film verbindet Roadmovie-Elemente, animierte Sequenzen und intime Aufnahmen zu einem Porträt über den Umgang mit Rassismus, Zugehörigkeit und das Sichtbarwerden. Austroschwarz zeigt eine neue Perspektive auf Schwarze Männlichkeit, eine österreichische und europäische Schwarze Identität, gesellschaftliche Ausschlüsse und die Bedeutung von Teilhabe.

Bürglkopf beleuchtet das isolierte Rückkehrzentrum auf einem Tiroler Berg, wo Menschen während ihres Asylverfahrens in gesellschaftlicher Abschottung auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten. Die Abgeschiedenheit des Ortes verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und Entwurzelung, während nur wenige Kilometer entfernt Tourist:innen die Gipfel der Kitzbüheler Alpen mit Seilbahnen erreichen – ein krasser Kontrast zwischen Freiheit und Restriktion. Lisa Polster folgt den Bewohner:innen auf Almwiesen und Waldwegen, da ihr der Zugang zum Zentrum verwehrt wurde, und zeigt so die oft unsichtbaren Realitäten der europäischen Abschottungspolitik.

Der Film dokumentiert, wie Warten zum Alltag wird und Perspektiven auf ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftlicher Teilhabe kaum existieren. Gleichzeitig zeigt er die bizarren Gegensätze: idyllische Landschaft trifft auf prekäre Lebensbedingungen, touristische Unbeschwertheit auf Unsicherheit und Isolation. Bewohner:innen arbeiten für minimalen Lohn, verbringen viel Zeit mit Herumirren oder Beobachten der Kühe und erleben dabei die Absurdität ihrer Lage. Polster gibt den Menschen Raum, ihre Geschichten zu erzählen, und macht deutlich, wie wenig öffentliche Wahrnehmung diesen Alltag erreicht. Bürglkopf ist ein eindringliches Portrait über Macht und Ungleichheit und regt zur Reflexion über gesellschaftliche Verantwortung und Menschlichkeit an. Der Film wurde 2025 mit dem Großen Diaognale-Preis als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Noch lange keine Lipizzaner verbindet dokumentarische Präzision mit erzählerischer Leichtigkeit und nähert sich einem hochkomplexen gesellschaftlichen Thema aus einer persönlichen Perspektive. Der Film nimmt die eigenen Erfahrungen der Regisseurin zum Ausgangspunkt und entwickelt daraus eine analytisch scharfe, gesellschaftspolitische Reflexion über Zugehörigkeit, Staatsbürgerschaft und nationale Identitätskonzepte in Österreich.

Ausgehend von den gescheiterten Versuchen, als in Österreich geborene Person eingebürgert zu werden, entfaltet der Film eine kluge und zugleich humorvolle Auseinandersetzung mit den Widersprüchen und Ausschlussmechanismen der österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzgebung. Mit Witz, kritischer Klarheit und formaler Verspieltheit macht Noch lange keine Lipizzaner sichtbar, wie rechtliche Regelwerke individuelle Lebensrealitäten prägen – und stellt grundlegende Fragen nach Zugehörigkeit und Anerkennung.

Der Film war der erfolgreichste österreichische Dokumentarfilm des Kinojahrs 2025.

Ivette Löckers Dokumentarfilm begleitet Victoria aus Österreich und Siaka aus Gambia in ihrem Alltag in Wien. Das Paar kämpft darum, trotz kultureller Unterschiede, bürokratischer Hürden und der Schatten vergangener Traumata ein gemeinsames Leben aufzubauen. Siaka, dessen Leben von Flucht, Diskriminierung und Unsicherheit geprägt wurde, muss immer wieder erleben, wie Rassismus und gesellschaftliche Barrieren seine Teilhabe erschweren.

Der Film zeigt intime Alltagsszenen: Zwiebeln werden geschnitten, Tränen fließen, ein Garten wird liebevoll mit bloßen Händen umgegraben. Zwischen diesen Momenten entfaltet sich die zarte Geschichte einer Liebe, die den Belastungen der Vergangenheit trotzt und nach Stabilität, Zugehörigkeit und einer gemeinsamen Zukunft sucht.

Victoria und Siaka jonglieren zwischen persönlichen Wünschen, beruflichen Herausforderungen und der Notwendigkeit, ihre Erlebnisse sichtbar zu machen. Dabei zeigt der Film, wie private Beziehungen zugleich gesellschaftliche Strukturen reflektieren – ohne belehrend zu wirken. 2025 wurde der Film als bester Dokumentarfilm des renommierten Sarajevo Film Festivals geehrt.

The Life Of Sean DeLear würdigt das Leben eines Schwarzen, queeren Künstlers, der sich in der Musik- und Kunstszene von Los Angeles und später Wien radikal selbst erfindet. Der Dokumentarfilm zeigt, wie Sean DeLear trotz struktureller Barrieren und rassistischer Ausschlüsse seine Identität und kreative Stimme voller Selbstbewusstsein und Humor entfaltet. Markus Zizenbacher verwebt Tagebuchaufzeichnungen, persönliche Videoaufnahmen und Interviews zu einem facettenreichen Porträt, das die Intersektion von Rassismus, Queerness und künstlerischem Ausdruck sichtbar macht. DeLears Leben wird so zu einem Beispiel dafür, wie gesellschaftliche Normen herausgefordert und Subkulturen als Räume der Selbstermächtigung genutzt werden können.

Der Film illustriert die Bedeutung von Community, Solidarität und Sichtbarkeit für marginalisierte Menschen und öffnet zugleich einen kritischen Blick auf Ausschlussmechanismen in weißen, privilegierten Kontexten. Mit Witz, Lebendigkeit und einer spielerischen, anarchischen Ästhetik feiert The Life of Sean DeLear Diversität und kreative Freiheit – und macht deutlich, wie politisch persönliches Selbstsein sein kann.

Der Dokumentarfilm Zusammenleben von Thomas Fürhapter begleitet in Wien neu angekommene Personen auf ihrem ersten Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Die Personen nehmen an einem Integrationsprojekt der Stadt Wien teil, das ehemals von der EU unterstützt wurde und darauf abzielt, Menschen Orientierung, Wissen über die Gesellschaft und Einblicke in den Alltag der Stadt zu geben. Der Film zeigt eindrücklich, wie komplex „zusammen leben“ ist. In den Gesichtern der Protagonist:innen spiegeln sich eine Mischung aus Neugier, Unsicherheit, Hoffnung und der Überwindung persönlicher Herausforderungen.

Mit ruhiger Kameraarbeit, langen Einstellungen und sensibler Beobachtung legt Fürhapter den Fokus auf die Menschen selbst – ihre Reaktionen, Blicke und Interaktionen – und macht aus kleinen Momenten große Aussagen über das Zusammenleben in einer vielfältigen Stadt. Lachen, Diskussionen, Missverständnisse und leise Dramen zeigen, dass Integration ein gemeinsamer Prozess ist, der von allen in einer Gesellschaft lebenden Menschen Offenheit erfordert.