10-Cent-Strompreisdeckel: Michaela Schmidt kündigt Energiepreis-Krisenmechanismus an
Die Iran-Krise lässt aktuell weltweit die Öl- und Gaspreise steigen. Staatssekretärin und Regierungskoordinatorin Michaela Schmidt kündigt daher die baldige Umsetzung des 10-Cent-Strompreisdeckels an. Dieser Energie-Krisenmechanismus soll künftig den Energiepreis in Österreich auf maximal 10 Cent pro kWh deckeln. Das federführende Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) arbeite bereits an der Ausarbeitung letzter technischer Details.
Staatssekretärin und Regierungskoordinatorin Michaela Schmidt:
"Im Gegensatz zu früheren Regierungen werden wir sicherstellen, dass diese Rechnung nicht die Steuerzahler:innen, sondern die Energiekonzerne begleichen. Der 10-Cent-Deckel muss jetzt rasch umgesetzt werden!"
Aus Sicht Schmidts sei es generell unverständlich, dass Preissteigerungen bei Öl und Gas in Österreich produzierten Strom, der zu über 85 % aus erneuerbaren Quellen kommt, verteuern würden.
"Das Wasser, der Wind und auch die Sonne, aus der wir unsere Energie erzeugen, werden vom Krieg im Iran nicht beeinflusst. Deshalb sind solche unbegründeten Strompreiserhöhungen den Österreicher:innen, die in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden an Steuergeld in den Ausbau des Stromnetzes investiert haben, schlichtweg nicht zumutbar."
Strom- an Gaspreis Koppelung - nicht mehr zeitgemäß
Im Zuge der Debatte plädiert Schmidt darüber hinaus auch für eine Abschaffung oder umfassende Reform des europäischen Merit-Order-Systems.
"Die Bundesregierung setzt sich bereits seit Längerem für eine Überarbeitung dieses Systems ein. Wenn wir als Staat unabhängig von ausländischen Gasproduzenten werden wollen, dann ist es schlichtweg unsinnig, weiterhin an einem System festzuhalten, das den Preis für unseren grünen Strom an russisches Gas koppelt und obendrein auch noch die Wettbewerbsfähigkeit Europas in Mitleidenschaft zieht"
Merit-Order-Prinzip
Das Merit-Order-Prinzip bedeutet, dass das teuerste Kraftwerk (im Moment sind das die Gaskraftwerke) den Strompreis bestimmt. Um den gesamten Bedarf an Strom zu decken, werden zuerst die günstigsten Energiequellen (das sind vor allem erneuerbare Energieträger wie Windkraft) genutzt und dann nach und nach Kraftwerke mit höheren Kosten zugeschaltet. Alle Energieanbieter rechnen nach dem Preis des teuersten Erzeugers ab.
Quelle: energie.gv.at