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Medien und Gewalt an Frauen: Erarbeitung klarer Standards für österreichweiten Medienleitfaden

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner luden am 27. April ins Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung zum Round Table zum Thema Medien und Gewalt an Frauen: Zwischen Information und Verantwortung.

Vertreter:innen der Medienhäuser, Journalistinnen und Journalisten und Fachleute aus Gewaltschutz und Medienethik diskutierten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine verantwortungsvolle Berichterstattung. 

Der Austausch ist Teil einer Reihe von Fachgesprächen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen und dient als Vorbereitung für die geplante Überarbeitung eines österreichweiten Medienleitfadens. Ziel ist ein breit abgestimmtes, praxistaugliches Instrument für eine verantwortungsvolle Berichterstattung.

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler

"Es darf nicht passieren, dass Täter Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen nicht zusteht, oder dass Betroffene durch Berichterstattung zusätzlich belastet werden. Sensible und verantwortungsvolle Medienarbeit ist ein zentraler Beitrag im Kampf gegen Gewalt an Frauen und braucht klare Leitlinien und gemeinsame Anstrengungen. Wir wollen zuhören und gemeinsam mit Expert:innen aus der Praxis Lösungen entwickeln, die im Alltag funktionieren"

Gesellschaftliche Wahrnehmungen von Gewalt

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Wirkung medialer Berichterstattung auf gesellschaftliche Wahrnehmungen von Gewalt, mögliche Nachahmungseffekte, sowie der Umgang mit Sprache, Bildern und Narrativen. Diskutiert wurden auch Zielkonflikte im Redaktionsalltag, etwa zwischen berechtigtem öffentlichem Interesse und Opferschutz.

Leitfäden an moderne Medienarbeit anpassen

Ein zentrales Ergebnis des Round Tables ist die breite Übereinstimmung, dass bestehende Leitfäden weiterentwickelt und stärker an die Realität moderner Medienarbeit angepasst werden müssen, auf digitale Dynamiken und Social Media.

Berichterstattung kann ermutigen, Hilfe zu suchen

Auch wurde betont, dass Berichterstattung reale Auswirkungen hat: Sie kann Betroffene ermutigen, Hilfe zu suchen, aber auch Victim Blaming und digitale Hasskampagnen verstärken und bis zu Morddrohungen führen.

Sensible Berichterstattung wird als wesentlicher Beitrag gesehen, um Unterstützung zugänglich zu machen und Tabus aufzubrechen.