Erich Fried Preis für Literatur und Sprache
Der vom Ministerium für Kunst und Kultur gestiftete Preis wird jährlich für hervorragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen Literatur durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache vergeben. Der Preis ist derzeit mit 15. 000 Euro dotiert.
Der Erich Fried Preis wird auf Vorschlag einer jährlich wechselnden, autonom entscheidenden Jurorin oder eines Jurors vergeben. Die Erich Fried Gesellschaft bestimmt dazu jedes Jahr eine:n namhafte:n Autor:in aus dem deutschen Sprachraum, die:der für die Zuerkennung des Erich Fried Preises allein verantwortlich zeichnet und die Entscheidung in einer Laudatio begründet.
Preisträger 2026: Fiston Mwanza Mujila
Der in Graz lebende und aus dem Kongo stammende Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila wird mit dem Erich Fried Preis 2026 ausgezeichnet.
Der Preis wird am 15. November 2026 im Literaturhaus Wien überreicht.
Die deutsche Schriftstellerin und Verlegerin Daniela Seel wird die Laudatio auf den Preisträger halten.
Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbahi (Kongo) geboren
Der Schriftsteller lebt und arbeitet seit Jahren in Graz.
Mwanza Mujila schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz.
Werke u.a.:
- Tram 83
Für seinen 2016 erschienenen Debütroman erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. - Tanz der Teufel (2022, Paul Zsolnay Verlag, Übersetzungen aus dem Französischen jeweils Katharina Meyer und Lena Müller)
- Kasala für meinen Kaku (2022, Ritter Verlag, Übersetzung Elisabeth Müller).
Auszeichnungen u.a.: Peter Rosegger Literaturpreis (2018); Preis der Literaturhäuser (2024); George Saiko Reisestipendium (2024)
Die Auswahl des Preisträgers 2026 hat die Schriftstellerin und Verlegerin Daniela Seel als Alleinjurorin entschieden:
"Fiston Mwanza Mujila verbindet in seinen Texten auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken, die alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen, immer eingewoben in Musik und das Flüstern, Lachen, Spotten, Jammern, Fluchen, Jauchzen, Rauschen, Kosen und Loben der menschlichen Stimme.
Fiston Mwanza Mujila zu lesen oder performen zu hören, führt an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens in all unserer Gemachtheit aus Hoffnung, Traum, Liebe, Hybris, Gewalt und Geschichte.
Wie sind wir die geworden, die wir sind? Wer wollen wir heute und künftig sein, wer können wir sein?
In Fiston Mwanza Mujilas sechs Sprachen, Tschiluba, Lingala, Swahili, Französisch, Englisch und Deutsch, spiegeln und brechen sich die Erfahrungen seiner beiden Länder DR Kongo und Österreich wie ihrer literarischen Formen und Traditionen, er wirkt sie zu mitreißenden Erzählungen, Reflexionen und Gesängen über das Leben in den Randzonen kolonialer, postkolonialer, postimperialer Mächte, wie seine beiden Städte Lubumbashi und Graz, und an den Ufern von Sambesi, Donau und Rio Zaire, seinen "Geliebten", wie es in "Kasala für meinen Kaku" heißt.
Wo also beginnen das Lob auf Fiston Mwanza Mujilas vielzüngiges Repertoire an Gedichten, Romanen, Theatertexten, Libretti, Essays, Reden und Herausgaben?Vielleicht immer beim nächsten Atemzug, der sich noch einmal einlässt, trotz allen Entsetzens schonungslos über die Welt und sich selbst zu lachen."
Zum Thema:
- Internationale Erich Fried Gesellschaft
Webseite zum Erich Fried Preis
Erich Fried Preis - Preisträger:innen
- 2025
Cemile Sahin - 2024
Urs Allemann - 2023
Thomas Kunst - 2022
Melinda Nadj Abonji - 2021
Frank Witzel
- 2011
Thomas Stangl - 2012
Nico Bleutge - 2013
Rainer Merkel - 2014
Judith Hermann - 2015
Dorothee Elmiger - 2016
Leif Randt - 2017
Teresa Präauer - 2018
Ralph Dutli - 2019
Steffen Mensching - 2020
Esther Kinsky
- 2001
Otto A. Böhmer - 2002
Oskar Pastior - 2003
Robert Menasse - 2004
Brigitte Oleschinski - 2005
Yaak Karsunke - 2006
Marcel Beyer - 2007
Peter Waterhouse - 2008
Alois Hotschnig - 2009
Esther Dischereit - 2010
Terézia Mora
- 1990
Christoph Hein - 1991
Bodo Hell - 1992
Paul Parin - 1993
Robert Schindel - 1994
Jörg Steiner - 1995
Elke Erb - 2000
Klaus Schlesinger - 1996
Paul Nizon - 1997
Gert Jonke - 1998
Bert Papenfuß - 1999
Elfriede Gerstl
Kontakte
- Literaturhaus Wien
Seidengasse 13, 1070 Wien
literaturhaus-wien.at - Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport
Abt. IV/A/5 Literatur und Verlagswesen, Büchereien
Concordiaplatz 2, 1010 Wien