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Erich-Fried-Preis 2026 für Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila - Erich Fried Preisträger 2026
Foto: Zsolnay Verlag / Richard Haufe-Ahmels

Der Erich Fried Preis für Literatur und Sprache geht dieses Jahr an den in Graz lebenden und aus dem Kongo stammenden Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila. Der Preis wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gestiftet und ist mit EUR 15.000 dotiert.

Der Erich-Fried-Preis ist eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen in Österreich. Der Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben und von jährlich wechselnden Einzeljuror:innen entschieden. Die Auswahl für den Erich Fried Preis 2026 hat die deutsche Schriftstellerin und Verlegerin Daniela Seel getroffen.

Sie wird auch bei der Verleihung am Sonntag, den 15. November 2026 um 11.00 Uhr im Literaturhaus Wien die Laudatio auf den Preisträger halten.

Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler:

"Ich gratuliere dem Preisträger Fiston Mwanza Mujila sehr herzlich zum Erhalt des Erich Fried Preis 2026. Als genuin musikalisch arbeitender Dichter und Erzähler leben seine Texte von Rhythmus, Wiederholung und Mehrstimmigkeit. Politisch ist sein Werk durch die Art, wie es gesellschaftliche Wirklichkeit und die Dynamik des Lebens sprachlich erfahrbar macht. Auch darin lässt sich Mujila mit Erich Fried verbinden: Beide stehen für eine Literatur, die nationale und sprachliche Grenzen überschreitet. Aus dem Kongo stammend, in Graz lebend und sechssprachig schreibend, verkörpert Mujila eine Literatur, die kulturelle Offenheit lebt. Mit Mujila hat Daniela Seel einen äußerst würdigen Preisträger gewählt."

Erich Fried Preisträger 2026 - Fiston Mwanza Mujila

"Fiston Mwanza Mujila verbindet in seinen Texten auf begeisternde Weise Leben, Träumen und Denken, die alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen, immer eingewoben in Musik und das Flüstern, Lachen, Spotten, Jammern, Fluchen, Jauchzen, Rauschen, Kosen und Loben der menschlichen Stimme.

Fiston Mwanza Mujila zu lesen oder performen zu hören, führt an die Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens in all unserer Gemachtheit aus Hoffnung, Traum, Liebe, Hybris, Gewalt und Geschichte.

Wie sind wir die geworden, die wir sind? Wer wollen wir heute und künftig sein, wer können wir sein?

In Fiston Mwanza Mujilas sechs Sprachen, Tschiluba, Lingala, Swahili, Französisch, Englisch und Deutsch, spiegeln und brechen sich die Erfahrungen seiner beiden Länder DR Kongo und Österreich wie ihrer literarischen Formen und Traditionen, er wirkt sie zu mitreißenden Erzählungen, Reflexionen und Gesängen über das Leben in den Randzonen kolonialer, postkolonialer, postimperialer Mächte, wie seine beiden Städte Lubumbashi und Graz, und an den Ufern von Sambesi, Donau und Rio Zaire, seinen "Geliebten", wie es in "Kasala für meinen Kaku" heißt.

Wo also beginnen das Lob auf Fiston Mwanza Mujilas vielzüngiges Repertoire an Gedichten, Romanen, Theatertexten, Libretti, Essays, Reden und Herausgaben?Vielleicht immer beim nächsten Atemzug, der sich noch einmal einlässt, trotz allen Entsetzens schonungslos über die Welt und sich selbst zu lachen."

Fiston Mwanza Mujila ist 1981 in Lubumbahi (Kongo) geboren.
Der Schriftsteller lebt und arbeitet seit Jahren in Graz.
Mwanza Mujila schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet Literaturen afrikanischer Länder an der Universität Graz.

Werke u.a.:

  • Tram 83
    Für seinen 2016 erschienenen Debütroman erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt.
  • Tanz der Teufel (2022, Paul Zsolnay Verlag, Übersetzungen aus dem Französischen jeweils Katharina Meyer und Lena Müller) 
  • Kasala für meinen Kaku (2022, Ritter Verlag, Übersetzung Elisabeth Müller).

Auszeichnungen u.a. Peter Rosegger Literaturpreis (2018); Preis der Literaturhäuser (2024); George Saiko Reisestipendium (2024)

Jury

Der Erich Fried Preis wird auf Vorschlag einer jährlich wechselnden, autonom entscheidenden Jurorin oder eines Jurors vergeben. Für den Preis 2026 wurde die deutsche Autorin und Verlegerin Daniela Seel zur alleinigen Jurorin bestimmt.

Ausgewählt wurde die Jurorin von einem dreiköpfigen Kuratorium der Internationalen Erich Fried Gesellschaft:

  • Pegah Ahmadi
  • Hanna Engelmeier
  • Olga Grjasnowa

  • Daniela Seel ist 1974 in Frankfurt am Main geboren
  • Sie lebt als Autorin, Übersetzerin und Verlegerin von kookbooks in Berlin.
  • Seel veröffentlichte mehrere Gedichtbände, zuletzt Nach Eden (Suhrkamp Verlag, 2024)
  • Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kleist-Preis 2025. Ihre Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Preisverleihung

Sonntag, 15. November 2026
Literaturhaus Wien
11.00 Uhr

Die Laudatio auf den Preisträger wird die Jurorin und Schriftstellerin Daniela Seel halten.

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