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Clemens J. Setz erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2026 Kulturminister Babler ehrt literarisches Werk des Gegenwartsautors – Clemens J. Setz wird künftig Mitglied des Österreichischen Kunstsenats

Autor Clemens J. Setz, Foto: Max Zerrahn
Foto: Max Zerrahn

Der Schriftsteller Clemens J. Setz erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2026 und damit die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird auf Empfehlung des Österreichischen Kunstsenats vergeben.
Der Große Österreichische Staatspreis wird jährlich in einer nicht näher festgelegten Rotation auf den Gebieten Architektur, Musik, Bildende Kunst oder Literatur vergeben. Mit dem Preis wird entweder ein hervorragendes Lebenswerk gewürdigt oder es werden jüngere Künstlerinnen und Künstler nominiert, deren bisheriges Werk außergewöhnlich ist, durchgehend das Potenzial zu Spitzenleistungen erkennen lässt und internationale Beachtung erfährt. Das Betreten von Neuland, das Experiment, der Mut zur Innovation und die Entschlossenheit, diesen Weg konsequent zu verfolgen, zeichnen die Trägerinnen und Träger des Großen Österreichischen Staatspreises aus.

Vizekanzler und Kunst- und Kulturminister Andreas Babler:
"Clemens J. Setz zählt zu den bedeutendsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Er beschreitet in jedem seiner Werke neue, unerwartete Wege.
Schon in seinen frühen Werken zeigte sich Setz’ Gabe für prägnante Alltagsbeobachtungen und Sprachgewandtheit. Sein Werk ist durchzogen von einer tiefen Empathie für das Andere, deren Wahrnehmung sich nicht mit dem vermeintlich Normalen deckt.
Mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ehren wir einen Schriftsteller, dessen sprachliche Virtuosität die Literatur weit über Österreich hinaus bereichert und die Leserinnen und Leser immer wieder dazu verlockt, ihre eigene Umwelt mit neuen, kritisch hinterfragenden Augen zu betrachten."

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren. Bereits 2010 erhielt der damals noch nicht einmal Dreißigjährige für seinen Roman „Die Frequenzen“ den Bremer Literaturpreis. Ein Jahr danach für „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ den Hauptpreis der Leipziger Buchmesse, später den Kleist-Preis. 2021 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis zugesprochen, die höchste literarische Auszeichnung, die im deutschen Sprachraum vergeben wird. Für seinen Roman „Monde vor der Landung“ erhielt er 2023 den österreichischen Buchpreis. Clemens J. Setz lebt und arbeitet in Wien.

Der Kunstsenat begründete seine Wahl wie folgt: "Nicht nur in der jüngeren Generation ist Clemens J. Setz zurzeit einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache, der trotz seines vergleichsweisen jungen Alters schon ein umfangreiches literarisches Werk vorzuweisen hat. Clemens J. Setz beschäftigt sich in seinen Romanen mit menschlichen Grenzbereichen und gesellschaftlichen Außenseitern.

Mit seinen außergewöhnlichen literarischen Formen, dann und wann an James Joyce erinnernden poetischen und sprachschöpferischen Imaginationen, erweitert Clemens J. Setz seit anderthalb Jahrzehnten als Dichter der literarischen Avantgarde – wie kaum ein anderer den deutschen Sprachraum."

Clemens J. Setz wird neben seiner Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis auch in den Kunstsenat aufgenommen. Das Gremium setzt sich aus bis zu 21 Trägerinnen und Trägern des Großen Österreichischen Staatspreises zusammen, die diese Tätigkeit ehrenamtlich und auf Lebenszeit ausüben.

Die Preisverleihung findet am 21. Oktober in Wien statt.