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Gewalt im Sport: Safe Sport Kodex in Ausarbeitung  - Standards für Prävention und Schutzmaßnahmen sollen noch heuer vorliegen

Sportplatz in orange
Foto: Adobe Stock / Oliver Henze - ohenze

Gewalt im Sport ist weit verbreitet. Das belegen die jüngsten verfügbaren Daten der europäischen CASES-Studie, für die in Österreich 1.472 junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren befragt wurden.

61 Prozent der jungen Erwachsenen in Österreich berichten im organisierten Sport von psychischer Gewalt. Rund ein Drittel der Befragten berichtete von körperlicher Gewalt, Vernachlässigung beziehungsweise sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt. 16 Prozent der Befragten haben sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt erlebt.

Arbeit an Safe Sport Kodex

Seit Juni 2026 wird gemeinsam mit Sport Austria als Interessenvertretung des organisierten Sports und der Expert:innenorganisation 100% Sport an einem österreichischen Safe Sport Kodex gearbeitet.

Standards für Prävention

Der Kodex soll noch heuer vorliegen und gemeinsame Standards für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung und Schutzmaßnahmen im österreichischen Sport definieren.

Die Stärkung von Integrität und Schutzstrukturen im Sport zählt zu den zentralen Anliegen des Sportministeriums. Alle Menschen, die Sport treiben, sollen dies in einem sicheren Umfeld tun können.

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt:

"Ich will, dass mehr Menschen in Österreich sportlich aktiv sind. Dafür müssen sie aber auch sicher und geschützt sein. Integrität im Sport ist kein Nebenthema, sondern eine Grundvoraussetzung. Daher habe ich das Thema seit meinem Amtsantritt zur Priorität gemacht. Mit dem neuen österreichischen Safe Sport Kodex wollen wir gemeinsame Standards für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung und Schutzmaßnahmen schaffen. Wer Sport treibt, muss darauf vertrauen können, respektvoll behandelt und wirksam geschützt zu werden."

Gewalt im Leistungssport

Besonders hoch ist das Risiko im Leistungssport. Während 68 Prozent der Befragten aus dem Freizeitsport von Erfahrungen mit zwischenmenschlicher Gewalt berichteten, waren es bei Personen, die an internationalen Wettkämpfen teilgenommen hatten, 86 Prozent.

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt:

"Gewalt im Sport ist kein Randphänomen und kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die Übergriffe gehen dabei nicht nur von Trainer:innen oder Betreuer:innen, sondern auch von gleichaltrigen oder älteren Mit-Sportler:innen aus"

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind zudem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen: Bei ihnen wurde deutlich häufiger sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt festgestellt. Internationale Untersuchungen zeigen außerdem, dass Mädchen mit Behinderung etwa doppelt so häufig von sexualisierter Gewalt betroffen sind wie Mädchen ohne Behinderung.

Zum Thema

  • Safe Sport Reformprozess
    Der Safe Sport Kodex soll noch heuer vorliegen und künftig als gemeinsame Grundlage für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung und Schutz im österreichischen Sport dienen.
  • CASES National Report (Diketmüller & Kohl 2022)
    Webseite der Universität Wien - Publikationen
  • 100% Sport