Europa strebt eine weitere Forcierung des Ehrenamtes im Sport an
Die Forcierung des ehrenamtlichen Engagements, der Nachwuchsgewinnung und der langfristigen Beteiligung am Sport sind nicht nur österreichische, sondern gesamteuropäische Grundanliegen. Daher stand die Freiwilligenarbeit mit all ihren Möglichkeiten, Herausforderungen und aktuellen Defiziten im Mittelpunkt der Sitzung der Generaldirektoren aller EU-Mitgliedstaaten Ende September. Das Treffen fand unter irischem Vorsitz in Dublin statt.
Neben halbjährlich in Brüssel stattfindenden Treffen der Sportminister:innen bietet dieses Format, das vom jeweiligen EU-Vorsitz organisiert wird, die Möglichkeit, Erfahrungen aus den Mitgliedstaaten zusammenzuführen und gemeinsame Ansätze zu allen sportrelevanten Themen weiterzuentwickeln. Der Austausch, bei dem auch der Sportsektionschef des BMWKMS Marcel Chahrour anwesend war, machte deutlich, dass das Potenzial der Freiwilligenarbeit enorm ist, dass die Politik aber die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und entsprechende Bewusstseinsbildung bilden muss, um den ehrenamtlich Tätigen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Hoher Stellenwert der Freiwilligenarbeit in Österreich
In Österreich leisten über 49 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit. 580.000 Personen engagieren sich ehrenamtlich in Sportvereinen. Österreich hat durch die pauschale Reiseaufwandsentschädigung für ehrenamtlich Tätige, den österreichischen Freiwilligenpass bzw. den Ehrenamtspreis bereits Maßnahmen umgesetzt, die beispielgebend für die gesamte EU sein könnten.
Traditionelle Sportarten als Teil einer zukunftsorientierten Sportpolitik
Die anschließende Konferenz zu traditionellen Sportarten und Spielen bot Raum für den Austausch über deren Rolle und Zukunft in Europa. Es sei auch im Sport essentiell, Tradition nicht nur zu bewahren, sondern auch als Teil einer zukunftsorientierten Sportpolitik weiterzuentwickeln. Traditionelle Sportarten, wie der Eisstocksport in Österreich, zeigen, wie Sport über Generationen hinweg Menschen verbindet, ehrenamtliches Engagement trägt und regionale Identität bewahrt. Gastgeber Irland veranschaulichte die Bedeutung traditioneller Sportarten auf besondere Weise: Im Croke Park Stadium in Dublin, dem Hauptsitz der Gaelic Athletic Association (GAA). Hurling, Gaelic Football, Camogie und weitere gälische Sportarten sind dort eng mit der irischen Sport- und Vereinskultur verbunden.
Mit der Eröffnung der Europäischen Woche des Sports am Sport Ireland Campus wurde schließlich der Bogen zur gemeinsamen europäischen Zielsetzung gespannt: mehr Menschen für Sport und Bewegung zu gewinnen und körperliche Aktivität nachhaltig im Alltag zu verankern.