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BMWKMS-Studie: Kunst und Kultur fördern Teilhabe, Dialog und Integration

Menschen mit Migrationshintergrund nehmen Kulturangebote in Österreich vielfältig wahr – Kulturpolitik schafft wichtige Brücken für gesellschaftliche Teilhabe

Kunst und Kultur leisten einen wichtigen Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration in Österreich. Das zeigt eine aktuelle Studie zur kulturellen Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund, die von FORESIGHT im Auftrag des BMWKMS durchgeführt wurde. Die Studie untersucht, wie Menschen mit Migrationshintergrund kulturelle Angebote nutzen, welche Faktoren kulturelle Beteiligung fördern oder erschweren und welche Rolle Kunst und Kultur im Integrationsprozess spielen.

Vizekanzler und Kunst- und Kulturminister Andreas Babler: "Kunst und Kultur schaffen Räume der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens. Sie fördern Verständnis, gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Zugehörigkeitsgefühl. Die Studie bestätigt damit die wichtige integrative Wirkung einer aktiven Kulturpolitik."

Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild: Menschen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich in ihrem Kulturverhalten nicht grundlegend von Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie besuchen ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen und sind ebenso stolz auf Kunst und Kultur in Österreich. Die wichtigsten Beweggründe für den Kulturbesuch sind dabei Freude, Unterhaltung, das Erleben von Gemeinschaft sowie die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern.

Nur 15 Prozent nutzen keine kulturellen Angebote

Besonders erfreulich ist, dass der Anteil der Befragten, die keine kulturellen Angebote nutzen mit lediglich 15 Prozent vergleichsweise klein ist. Der Wert liegt leicht unter jenem, der in der Grundlagenstudie 2023 (Kulturelle Beteiligung in Österreich, Schönherr/Glaser 2023) erhoben wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem, dass kulturelle Angebote mit Bezug zum familiären Herkunftsland nicht in Konkurrenz zu österreichischen Kulturangeboten stehen. Vielmehr nutzen Besucherinnen und Besucher solcher Veranstaltungen häufig auch andere Kulturangebote. Die Studie bestätigt damit ein "Sowohl-als-auch" der kulturellen Teilhabe.

Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass Kunst- und Kulturveranstaltungen Integrationsprozesse unterstützen können. Sie ermöglichen Begegnungen, fördern soziale Kontakte und helfen dabei, das Leben und die Kultur in Österreich besser kennenzulernen.

Vizekanzler und Kunst- und Kulturminister Andreas Babler: "Die Studie hebt hervor, dass eine Verschränkung von Kultur- und Bildungspolitik für die kulturelle Bildung besonders wichtig ist. Wer schon im jungen Alter mit Kunst und Kultur in Berührung kommt, wird auch im weiteren Leben eher am kulturellen Leben teilhaben. Die Studie bestätigt auch klar den Kurs, insbesondere niederschwellige Angebote auch in Zeiten knapper Budgets zu erhalten. Insbesondere der Gratiseintritt für Kinder und Jugendliche in Bundesmuseen leistet einen wichtigen Integrationsbeitrag, denn er führt dazu, dass die Angebote von Familien eher angenommen werden und so aus unseren Kindern lebenslange Museumsbesucher:innen werden."

Verständliche Angebote und leistbare Eintrittspreise

Für die Kulturpolitik liefert die Studie wertvolle Hinweise, wie kulturelle Teilhabe weiter gestärkt werden kann. Als zentrale Ansatzpunkte nennen die Autorinnen und Autoren verständlichere Informationen über Angebote und Preise sowie leistbare Eintrittspreise. Insbesondere jüngere Menschen und Personen mit geringeren Deutschkenntnissen können dadurch besser erreicht werden.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Kommunikation. Die wirksamsten Informationsquellen sind persönliche Empfehlungen, Internetangebote und soziale Medien. Vor allem jüngere Menschen informieren sich über digitale Kanäle. Kulturinstitutionen können ihre Reichweite daher erhöhen, indem sie noch stärker als bisher auf zielgruppengerechte Kommunikation setzen und Besucherinnen und Besucher dazu motivieren, ihre Kulturerfahrungen in sozialen Netzwerken zu teilen.

Schulen spielen eine entscheidende Rolle

Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung von Bildung für kulturelle Beteiligung. Erfahrungen mit Kunst und Kultur in der Kindheit und Jugend prägen das spätere Kulturverhalten maßgeblich. Schulen spielen dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn kulturelle Erfahrungen im Elternhaus nur eingeschränkt vorhanden sind. Die Vermittlung von Kunst, Kultur und kulturellem Erbe sollte daher weiterhin einen wichtigen Platz im Unterricht einnehmen und mit Maßnahmen zur Sprachförderung verknüpft werden.

Die durch die Studie gewonnenen empirischen Erkenntnisse dienen zum wirkungsorientierten und somit effizienten Einsatz des Kunst- und Kulturbudgets und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der österreichischen Kulturpolitik. Die Ergebnisse liefern wertvolle Grundlagen für Kulturinstitutionen sowie für die Kultur-, Bildungs- und Integrationspolitik und zeigen, wie kulturelle Teilhabe für alle Menschen in Österreich weiter gestärkt werden kann.

Befragung und Datenerhebung

Für die Untersuchung wurden zwischen Oktober 2025 und Jänner 2026 insgesamt 808 Menschen mit Migrationshintergrund in sieben Sprachen befragt. Die Datenerhebung erfolgte online, telefonisch und persönlich. Ergänzend wurden Kulturvereine und Organisationen aus Diaspora-Communities in die Untersuchung einbezogen. Die Ergebnisse wurden mit den Erkenntnissen der Grundlagenstudie zur kulturellen Beteiligung aus dem Jahr 2023 verglichen.